Seit diesem Tag trägt Kor'Rakan nicht nur Virelis' Macht, sondern auch dessen Bürde. Die Magie, die er wirkt, stammt aus derselben schwindenden Flamme, die Virelis am Leben erhält. Jeder Zauber verbraucht einen winzigen Teil dieses uralten Lichts. Es ist kein unerschöpflicher Quell, sondern eine Flamme, die beide gemeinsam vor dem Erlöschen bewahren müssen.
Nach Jahren als Morgenrufer erkannte Kor'Rakan, dass Hahnenhorst nicht der einzige Ort war, an dem die Grenzen der Welt zerbrechen. Seine Visionen führten ihn immer häufiger zu fremden Pfaden, vergessenen Ruinen und Orten, an denen das Licht schwächer wurde. Virelis offenbarte ihm schließlich, dass all diese Schwellen miteinander verbunden sind und ihr Ursprung tief im Großen Labyrinth liegt. Dort verlaufen die Pfade zwischen den Welten, und dort breitet sich die Finsternis zuerst aus.
Um herauszufinden, weshalb das Licht der Welt schwindet, den Ursprung der wachsenden Dunkelheit zu finden und vielleicht eines Tages Virelis vor dem endgültigen Erlöschen zu bewahren, machte sich Kor'Rakan auf den Weg ins Labyrinth. Jede Reise bringt ihn näher an die Wahrheit über seinen Pakt und näher an die Hoffnung, dass das Opfer seines Vaters nicht vergeblich gewesen ist.
Sein einziger ständiger Begleiter ist Funke, ein kleines Küken aus goldenem und violett schimmerndem Licht. Neugierig, verspielt und furchtlos scheint es ein winziger Splitter von Virelis' Wesen zu sein. Wo Kor'Rakan schweigsam und nachdenklich ist, begegnet Funke der Welt mit grenzenloser Neugier und erinnert seinen Herrn daran, dass selbst das kleinste Licht Hoffnung schenken kann.