Er wuchs dort auf, wo andere nur ungern leben: in trockenem, kargem Land, in dem Nahrung selten und Verschwendung gefährlich war. In seiner Sippe lernte er früh eine einfache Wahrheit:
Was tot ist, ist nicht nutzlos.
Ein Kadaver bedeutete Fleisch. Knochen bedeuteten Werkzeuge. Haut bedeutete Leder. Drüsen konnten Gift liefern. Maden lockten Fische an. Und was am Ende wirklich niemand mehr gebrauchen konnte, bekam die Erde.
Schon als Jungtier interessierte er sich allerdings für Dinge, bei denen selbst andere Gnolle irgendwann sagten: „Lass das liegen.“
Er sammelte seltsame Pilze von Kadavern, öffnete Giftdrüsen erlegter Tiere und beobachtete begeistert, welche Käfer und Würmer sich zuerst in einem verwesenden Körper einnisteten. Einmal soll er mehrere Wochen lang ein totes Tier mit sich herumgetragen haben, weil er „sehen wollte, wer zuerst einzieht“.
Niemand weiß genau, wann daraus druidische Magie wurde.
Für ihn selbst gibt es diesen Unterschied ohnehin nicht. Natur ist nicht nur ein grüner Wald voller niedlicher Tiere. Natur ist Hunger. Gift. Krankheit. Wachstum. Jagd. Tod. Verwesung. Und schließlich neues Leben.
Heute zieht er durch die Welt, um diesen Kreislauf zu verstehen. Er sammelt seltene Gifte, unbekannte Pilze und gelegentlich Körperteile, deren ursprüngliche Besitzer sie vermutlich lieber behalten hätten.
Er hält sich dabei keineswegs für grausam.
Grausam wäre es schließlich, etwas zu verschwenden.
Persönlichkeit:
Er besitzt einen trockenen, makabren Humor und versteht nicht immer, warum andere Leute seine Gewohnheiten widerlich finden. Er kann minutenlang begeistert über einen besonders interessanten Pilz sprechen, während er ihn von einem Schädel kratzt.
Seinen Gefährten gegenüber ist er überraschend loyal. Wer zu seinem „Rudel“ gehört, wird beschützt, versorgt und notfalls wieder zusammengeflickt.
Allerdings sollte man ihm gegenüber möglichst deutlich sagen, wann jemand .