
Level
1
Experience
0 XP
Gold:
12
Downtime:
3.5
Rasse:
Syderean
Herkunft:
Cosmopolitan
Background:
Courtier
Klasse:
Warlock
Subclass:
-
Alter:
27
Größe:
1,76
GM Kompass:
-
Ordnung/Freiheit:
eher Ordnung
Gruppe/Selbst:
Eigeninteresse
Prinzip/Impuls:
Plan
Motivation:
Haus Vel’Arannis wiedererheben, seine Feinde richten und Ulmathars Anker finden – bevor dessen Befreiung sie selbst vernichtet.
Methode:
Intrigen, Geheimwissen und geduldige Manipulation.
Grenze:
Sie verrät niemanden, der ihr aufrichtig treu ist, und löscht keinen Menschen aus der Geschichte
Completed:
1
Most recent:
12 days ago
Velanna Vel’Arannis ist eine junge Infernis von schlanker Eleganz und dunkler, beinahe unnahbarer Anmut. Ihre tief bordeauxrote Haut besitzt einen matten, warmen Schimmer, der im Licht von Kerzen oder offenen Flammen fast wie dunkler Wein wirkt.
Aus ihrer Stirn wachsen zwei mächtige, geschwungene Hörner aus obsidianschwarzem Horn. Sie biegen sich wie die Zacken einer kunstvoll gearbeiteten Krone über ihren Kopf und sind mit feinen goldenen Ketten, kleinen Anhängern und filigranen Ornamenten geschmückt. Was bei anderen wie ein Zeichen ihrer fremdartigen Abstammung wirken könnte, trägt Velanna mit der Selbstverständlichkeit eines Diadems.
Ihr rabenschwarzes Haar fällt in langen, dichten Strähnen über ihre Schultern. Teile davon sind zu kunstvollen Zöpfen geflochten, die mit kleinen Silberringen, Obsidianperlen und Zeichen ihres Hauses durchsetzt sind. Nichts an ihrer Erscheinung wirkt zufällig. Jede Kette, jede Spange und jedes Schmuckstück scheint eine Bedeutung zu tragen, auch wenn Velanna nur selten erklärt, welche.
Ihre mandelförmigen Augen leuchten wie geschmolzene Rubine. Ihr Blick ist aufmerksam, kühl und durchdringend. Oft entsteht der Eindruck, dass sie nicht nur das Gesicht ihres Gegenübers betrachtet, sondern zugleich die Gedanken, Ängste und verborgenen Absichten dahinter abwägt. Manche behaupten, in ihren Augen flackere gelegentlich etwas Fremdes – das Echo einer Tiefe, die nicht zu dieser Welt gehört.
Velannas Kleidung besteht vorwiegend aus schwarzer und dunkelroter Seide. Die Schnitte sind elegant, körpernah und bewusst gewählt. Freiliegende Haut dient nicht bloß der Zierde, sondern ist Teil einer sorgfältig kontrollierten Inszenierung aus Anziehung, Distanz und gesellschaftlicher Überlegenheit. Goldene Schulterplatten, fein gearbeitete Armspangen und dunkle Metallornamente wirken mehr wie Zeichen von Rang und Ritual als wie tatsächliche Rüstung.
Der Duft von Myrrhe, kalter Asche und altem Rauch folgt ihr wie ein unsichtbarer Schleier. Selbst wenn Velanna einen Raum längst verlassen hat, bleibt bisweilen ein schwacher Hauch davon zurück.
Velanna wurde als Erbin des Hauses Vel’Arannis geboren, einer der alteingesessenen hochadligen Familien des Cinnabar Quarter von Amberreach. Ihr Haus gehörte einst zu den Kreisen, die nicht nur über Reichtum und politischen Einfluss verfügten, sondern auch über Wissen, das über Generationen hinweg gesammelt und vor Außenstehenden verborgen worden war.
Die Vel’Arannis besaßen alte Kontakte, geheime Archive, verborgene Zufluchtsorte und Vorräte aus einer Zeit, bevor die Ordnung Amberreachs zu zerbrechen begann. Selbst als andere Familien in Panik verfielen oder sich den neuen Machthabern unterwarfen, hielt Haus Vel’Arannis an seinen Ritualen, seiner Bildung und seiner Vorstellung von Würde fest.
Doch alter Rang schützt nicht vor Verrat.
Der Sturz ihres Hauses kam gewaltsam. Verbündete wandten sich ab, Türen blieben verschlossen und alte Schwüre verloren plötzlich ihre Bedeutung. Die Besitztümer der Familie wurden beschlagnahmt, ihre Dienerschaft zerstreut und ihre Vertrauten verfolgt. Einige Mitglieder der Familie verschwanden, andere wurden getötet. Was genau mit Velannas engsten Angehörigen geschah, ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Die Feinde des Hauses begnügten sich jedoch nicht damit, Vel’Arannis zu besiegen. Sie versuchten, die Familie vollständig aus der Geschichte zu tilgen.
Der Name verschwand aus Registern, Chroniken und gesellschaftlichen Aufzeichnungen. Wappen wurden abgeschlagen, Bildnisse verbrannt und Dokumente vernichtet. Aus einer der ältesten Linien Amberreachs wurde innerhalb kürzester Zeit eine Familie, an die sich angeblich niemand mehr erinnern konnte.
Velanna überlebte den Untergang ihres Hauses nur durch das Eingreifen von Sir Darius Thornbold, dem damaligen Hauptmann der Hauswache. Er rettete sie während des Angriffs und brachte sie aus dem unmittelbaren Zugriff ihrer Feinde. Damit wurde er nicht nur ihr Beschützer, sondern auch einer der letzten Menschen, die noch bezeugen konnten, wer Velanna gewesen war und welche Stellung ihr Haus einst besessen hatte.
Doch zu überleben bedeutete nicht, weiterhin zu existieren.
Velanna war ihrer Titel, ihres Schutzes und ihrer gesellschaftlichen Identität beraubt. Menschen, die ihr zuvor Respekt erwiesen hatten, erkannten sie plötzlich nicht mehr oder behaupteten, sie nie gekannt zu haben. Andere begegneten ihr mit Mitleid, als sei sie lediglich eine junge Frau, die sich an eine Größe klammerte, die niemals wirklich existiert hatte.
In dieser Leere hörte sie zum ersten Mal die Stimme Ulmathars.
Ulmathar, der Endless One, das Ende unter allen Dingen, sprach nicht zu ihr wie ein gewöhnliches Wesen. Seine Worte waren keine Stimme im eigentlichen Sinn, sondern ein Wissen, das plötzlich in ihr vorhanden war. Eine Gewissheit zwischen zwei Gedanken. Ein Flüstern, das aus den Schatten hinter ihrem eigenen Namen zu kommen schien.
Er versprach ihr Rache.
Er versprach ihr, dass der Name Vel’Arannis wieder ausgesprochen werden würde.
Er versprach ihr Wiedererhebung, Macht und eine Bedeutung, die niemand jemals wieder aus Chroniken oder Erinnerungen tilgen könnte.
Doch Ulmathar verlangte dafür nicht bloß einen Dienst oder ein Opfer. Er verlangte Velannas Leben. Nicht unbedingt ihren sofortigen Tod, sondern ihre Zukunft, ihre Entscheidungen und letztlich alles, was sie noch werden konnte.
Velanna nahm das Angebot an.
Seit diesem Augenblick ist sie an eine Macht gebunden, deren wahre Natur sie nicht vollständig versteht. Ulmathars Sphären sind Vergessen, Leere und Verfall. Durch ihn lernte sie, dass jede Ordnung Risse besitzt, jede Erinnerung verblassen und jede Macht von innen heraus zerfallen kann.
Mit seiner Hilfe begann Velanna, in das Cinnabar Quarter zurückzukehren.
Sie tat dies nicht offen. Sie erhob keinen Anspruch auf ihre alten Besitztümer und forderte keine öffentliche Anerkennung. Stattdessen nutzte sie, was ihrem Haus geblieben war: verborgene Vorräte, alte Kontakte, unbezahlte Schulden und Geheimnisse, die selbst nach dem Fall der Familie noch ihren Wert besaßen.
Sie erinnerte ehemalige Verbündete an Versprechen, die sie lieber vergessen hätten. Sie fand Namen, die aus Registern verschwunden waren. Sie entdeckte, welche alten Familien ihre Stellung auf dem Verrat an Haus Vel’Arannis aufgebaut hatten. Und sie lernte, dass manche Türen sich leichter mit einem Geheimnis als mit einem Schlüssel öffnen ließen.
Nach außen hin wurde Velanna wieder zu einer eleganten Überlebenden aus gutem Hause. Sie erschien auf Empfängen, Maskenbällen und privaten Zusammenkünften. Sie sprach wenig, hörte aufmerksam zu und ließ andere glauben, sie hätten ihre Entscheidungen selbst getroffen.
Mit der Zeit wurde sie zu einer diskreten Ratgeberin innerhalb der Kreise der Damask Queens. Sie besitzt keinen offiziellen Titel und schwört keiner einzelnen Königin uneingeschränkte Loyalität. Gerade diese Ungebundenheit macht sie jedoch wertvoll. Velanna vermittelt zwischen alten Familien, beschafft Informationen und kennt die Bedeutung von Namen, Zeichen und Schulden, über die in den offenen Salons niemals gesprochen würde.
Gleichzeitig sammelt sie Wissen über verlorene Reiche, verborgene Magie, fremdartige Entitäten und Dinge, die besser vergessen geblieben wären. Ihre Suche führt sie in Ruinen, versiegelte Archive und an Orte, an denen der Verfall nicht nur die Mauern, sondern auch die Wirklichkeit selbst erfasst hat.
All dies dient einem einzigen Auftrag ihres Patrons.
Velanna muss den sogenannten Anker finden und zerstören.
Dieser Anker bindet Ulmathar an einen Zustand außerhalb oder unterhalb der bekannten Welt. Doch Ulmathar hat ihr weder offenbart, was der Anker ist, noch wo er sich befindet. Es könnte sich um ein Artefakt, einen Ort, ein uraltes Siegel oder ein lebendes Wesen handeln.
Velanna fürchtet, dass der Anker mit dem Untergang ihres Hauses verbunden ist. Vielleicht war das Wissen der Vel’Arannis nie nur politischer oder arkaner Natur. Vielleicht war ihre Familie über Generationen hinweg Teil eines Gefängnisses, eines Paktes oder eines Rituals, das Ulmathar gebunden hielt.
Noch größer ist ihre Sorge, dass der Anker ein Mensch sein könnte.
Jemand aus ihrer verschwundenen Familie.
Sir Darius Thornbold.
Oder Velanna selbst.
Je näher sie der Wahrheit kommt, desto stärker wird der Verdacht, dass Ulmathars Versprechen von Wiedererhebung nicht das bedeuten könnte, was sie sich einst darunter vorgestellt hat. Vielleicht will ihr Patron ihren Namen nicht wiederherstellen, sondern ihn zu einem Teil seiner eigenen Existenz machen.
Vielleicht soll Velanna nicht als Herrin des Hauses Vel’Arannis zurückkehren.
Vielleicht soll sie lediglich das letzte Gefäß sein, durch das Ulmathar in die Welt tritt.
Velanna ist klug, berechnend und von kühler Eleganz. Sie spricht selten unüberlegt. Jedes Lächeln, jede Bewegung und selbst ihr Schweigen wirken bewusst gesetzt.
Sie beobachtet, bevor sie handelt. In Gesprächen lässt sie andere häufig länger reden, als ihnen guttut. Sie stellt nur wenige Fragen, doch diese treffen meist genau jene Stellen, die ihr Gegenüber verborgen halten wollte.
Velanna beherrscht ihre Gefühle nach außen nahezu vollkommen. Wut zeigt sich bei ihr nicht in lautem Zorn, sondern in größerer Höflichkeit. Misstrauen äußert sie nicht offen, sondern durch Abstand, sorgfältige Fragen und stille Vorbereitung.
Hinter ihrer kultivierten Fassade liegen jedoch tiefer Ehrgeiz, große Verlustangst und brennende Rachsucht. Velanna hat nicht vergessen, was ihrem Haus angetan wurde. Sie führt innerlich eine Liste aus Namen, Schulden und Verrätern, auch wenn sie nur selten erkennen lässt, wer darauf steht.
Sie sucht Macht nicht unbedingt, um selbst auf einem Thron zu sitzen. Vielmehr möchte sie die Macht besitzen, darüber zu entscheiden, welche Bündnisse bestehen bleiben, welche Namen erinnert werden und welche Menschen durch ihre eigenen Fehler zu Fall kommen.
Velanna ähnelt ihrem Patron in beunruhigender Weise. Beide wirken aus dem Schatten, warten geduldig und greifen selten offen an. Sie erkennen Schwachstellen und lassen Strukturen langsam von innen heraus zerfallen.
Velanna betrachtet diese Geduld als eine ihrer größten Stärken.
Gleichzeitig fürchtet sie, dass diese Ähnlichkeit kein Zufall ist.
Sie fragt sich, ob Ulmathar sie wegen ihrer Eigenschaften ausgewählt hat – oder ob er diese Eigenschaften erst in ihr erschaffen hat. Je länger sie ihm dient, desto größer wird ihre Angst, dass am Ende nichts Eigenes mehr von ihr übrig sein könnte.