
Level
1
Experience
0 XP
Gold:
18
Downtime:
6.5
Rasse:
Dwarf
Herkunft:
Fireforge
Klasse:
Cleric
Alter:
36
Größe:
152 cm
GM Kompass:
-
Ordnung/Freiheit:
eher Ordnung
Gruppe/Selbst:
Gruppe
Prinzip/Impuls:
Pragmatisch
Motivation:
Die seltensten Erze zu etwas schmieden, was den Göttern würdig ist.
Methode:
Probleme werden entweder durch Arbeit oder Kraft gelöst. Meist ist es ein und das selbe.
Grenze:
Morde begehen, wenn es nicht dem Schutz dient.
Completed:
1
Most recent:
12 days ago
Halvar Durgion wurde in den steinernen Hallen von Citadel Adbar geboren, jener mächtigen Zwergenfestung die sich tief in den Bergen der Silver Marches in den Fels gräbt wie ein Zahn in einen Kiefer. Die Durgions waren keine große Familie – kein stolzer Clan mit Kriegsruhm oder uralten Titeln. Sie waren Handwerker. Bescheidene, fleißige Handwerker, die ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von Schmuck verdienten. Ringe, Ketten, Broschen – feine Dinge für feine Leute.
Halvars Vater, Brodur Durgion, war ein geduldiger Mann mit ruhigen Händen und einem Auge für Symmetrie. Seine Mutter, Yldra Durgion, führte die Bücher und verhandelte mit den Händlern. Zusammen betrieben sie ein kleines aber angesehenes Geschäft in den unteren Ebenen der Festung. Halvars jüngere Schwester, Mira, zeigte früh das gleiche Talent wie ihr Vater – feine Finger, Geduld, ein natürliches Gespür für Edelsteine.
Halvar nicht.
Er saß stundenlang an der Werkbank seines Vaters, die Pinzette in der Hand, den Blick auf ein winziges Silbergelenk gerichtet – und schwitzte. Nicht weil er ungeschickt war. Sondern weil seine Hände für etwas anderes gemacht waren. Größeres. Schwereres.
Als die Karawanen durch Citadel Adbar zogen und die Klänge aus der großen Waffenschmiede im dritten Untergeschoss durch die Gänge hallten – das Hämmern, das Zischen von Wasser auf glühendem Metall – spürte Halvar etwas in seiner Brust. Keine Sehnsucht. Eher eine Gewissheit.
Er war zwanzig Jahre alt als er seinem Vater sagte, dass er nicht in der Schmuckwerkstatt bleiben würde.
Brodur schwieg lange. Dann nickte er. Yldra sagte nichts, aber sie drückte ihm beim Abschied länger die Hand als nötig.
Halvar fand Arbeit in einer Waffenschmiede außerhalb von Citadel Adbar, in einer kleineren Siedlung am Fuß des Gebirges. Meister Torven Graukeil – ein breiter, wortkarger Zwerg mit weißem Bart und Verbrennungsnarben bis zu den Ellbogen – nahm ihn als Lehrling an. Nicht weil er ihn mochte. Sondern weil er jemanden brauchte der früh aufstand und spät aufhörte.
Halvar tat beides.
Er war kein Naturtalent. Andere Lehrlinge hatten ein Gefühl für das Metall, das er sich mühsam erarbeiten musste. Aber er lernte. Langsam, stur, ohne Klagen. Torven sagte ihm einmal – und nur einmal – dass er die solidesten Nieten in der Werkstatt setzte. Das war das größte Lob das Halvar je von ihm bekam.
Die Jahre in der Schmiede formten ihn mehr als jede Erziehung. Er lernte zu schweigen wenn andere redeten. Er lernte, dass ein schlecht gehärtetes Schwert Menschen das Leben kosten konnte. Er lernte, dass Arbeit Würde war – nicht Ruhm, nicht Reichtum. Würde.
Er trank nach der Arbeit sein Zwergenbier. Immer mit einer Weintraube. Immer in Ruhe. Eine kleine Eigenheit die er sich selbst nie erklären konnte, aber nie ablegte. Die Traube zuerst – vollgesogen mit Bier – dann der Rest im Becher.
Er hatte Freunde, so wie Zwerge Freunde haben: wenige, verlässlich, unausgesprochen. Dagna, eine Schmiedin mit einem frechen Mundwerk, war die einzige die ihn zum Lachen bringen konnte. Orro, ein alter Wachmann der Siedlung, trank manchmal mit ihm. Keine großen Gefühle. Keine großen Worte. Es reichte.
Es war spät. Die anderen hatten die Werkstatt längst verlassen.
Halvar nicht. Er hatte einen Fehler am Morgen gemacht – eine Klinge die er beim Schleifen zu heiß werden ließ. Nicht genug um sie unbrauchbar zu machen. Aber genug um ihn zu stören. Also blieb er. Schärfte nach. Arbeitete in der Stille der Nacht bis es richtig war.
Er hörte sie bevor er sie sah. Schritte die zu leise waren für ehrliche Absichten. Dann das Brechen von Holz.
Es waren ihrer viele. Dunkle Gestalten mit Fackeln – aber auch etwas anderes. Ein Mann in einer Robe, das Gesicht halb verborgen, ein Symbol an seinem Hals das Halvar nicht kannte. Kein Goblin. Ein Zwerg. Einer der die Werkstatt mit dem Blick eines Mannes ansah der etwas sucht – und bereit ist alles andere zu verbrennen.
Halvar griff nach dem nächsten Hammer.
Was folgte, war kein heroischer Kampf. Es war ein verbissenes, aussichtsloses Ringen eines einzelnen Schmieds gegen eine Übermacht. Er schlug zu. Er wurde getroffen. Die Narbe über seinem rechten Auge – ein herumfliegender Eisenbeschlag, glühend, im Chaos – brennt ihm noch heute wenn er daran denkt.
Die Schmiede brannte.
Er konnte sie nicht retten.
Er lag im Dreck vor der Werkstatt, das Gesicht blutig, die Lunge voller Rauch, und sah zu wie die Flammen das fraßen was Jahre seiner Arbeit gewesen waren. Der Zwerg in der Robe war verschwunden. Torven Graukeil überlebte – er war an dem Abend nicht anwesend gewesen. Die Werkstatt nicht.
Halvar blieb dort sitzen bis das Feuer erlosch.
Dann stand er auf. Nahm seinen Hammer. Und ging.
Er sprach nicht darüber. Nicht mit Torven, der ihn finden und fragen wollte. Nicht mit Dagna, die ihm Nachrichten schickte. Nicht mit seiner Familie in Citadel Adbar, die nichts von dem Angriff wusste.
Er wanderte.
Er nahm Arbeit an wo er konnte – kleine Schmieden, Karawanen die einen Waffenkundigen brauchten, Siedlungen die jemanden mit starken Armen suchten. Er trank sein Zwergenbier. Er schwieg. Er grummelte wenn man ihn fragte wie es ihm ging.
Aber seltsame Dinge passierten.
Er überlebte Situationen die er nicht hätte überleben sollen. Eine Klinge die ihn hätte treffen müssen – traf nicht. Ein Feuer das er eindämmen musste – gehorchte ihm auf eine Weise die er nicht erklären konnte. Fähigkeiten die er nicht gelernt hatte, wuchsen in ihm wie ein Feuer das jemand anderes schürt.
Er dachte nicht groß darüber nach. Er war ein Zwerg. Er glaubte an das was er mit den Händen anfassen konnte.
Aber manchmal, wenn er allein am Amboss stand und der Rhythmus des Hämmerns ihn ganz erfüllte, hatte er das Gefühl beobachtet zu werden. Nicht bedrohlich. Eher wie ein alter Meister der aus dem Schatten zuschaut – und wartet.
Halvar Durgion ist kein Held. Zumindest redet er sich das ein.
Er ist direkt bis zur Unhöflichkeit, stur bis zur Sturheit, und misstrauisch gegenüber allem was er nicht mit den Händen greifen kann. Er hilft – aber nicht weil er ein guter Mensch sein will. Sondern weil es manchmal einfach das Richtige ist. Einen Unterschied zwischen beidem macht er nicht gern.
Er trinkt ausschließlich Zwergenbier. Alles andere ist, in seinen Worten, "Pisse die ihren Zweck erfüllt." Und in sein Bier kommt immer eine Weintraube. Erst vollsaugen lassen. Dann essen. Dann trinken. Wer fragt warum, bekommt einen Blick der keine weiteren Fragen zulässt.