Mit den Jahren wuchs in ihr die Gewissheit, dass ihre Eltern sie nicht einfach verlassen hatten. Etwas Größeres lag hinter ihrer Herkunft – etwas, das mit dem Zeichen, dem Wind und ihrer unruhigen Seele verbunden war.
Die Antwort kam in Form eines Traumes.
Sie sah ein endloses Labyrinth aus Stein, verschlungen und uralt. In seinem Zentrum erhob sich ein Turm, umgeben von Sturm und flackerndem Licht. Und dort, hoch oben, leuchtete das gleiche Symbol wie auf ihrem Tuch.
Als sie erwachte, wusste sie, dass es mehr als nur ein Traum gewesen war.
Das Labyrinth existierte. Und es rief sie.
Zephyros verließ die Sturmnest-Bastion nicht aus Undankbarkeit, sondern weil sie verstand, dass ihr Weg sie weiterführen musste. Die Wälder hatten sie geformt, die Bastion hatte sie geschützt – doch ihre Bestimmung lag jenseits davon.
Nun wandert sie durch Aventyr als Rangerin, geführt von Instinkt und dem leisen Flüstern des Windes. Sie sucht das Labyrinth, weil sie glaubt, dass dort die Wahrheit verborgen liegt: über ihre Eltern, über das Zeichen – und darüber, warum sie schon immer das Gefühl hatte, dass ihr Leben nicht mit einem Anfang begann, sondern mit einem Geheimnis.
Und tief in ihrem Inneren trägt sie eine Frage, die sie mehr fürchtet als jede Gefahr:
Wenn sie findet, was sie sucht – wird sie dann noch dieselbe sein?